Es ist kaum zu glauben. Im Juli 2010 werden es drei Jahre sein, die wir in Asien leben. Die Zeit vergeht wie im Fluge und uns kommt es vor als hätten wir erst noch geheiratet, gezügelt uns eine Wohnung gesucht….. und doch, drei Jahre sind eine Zeit in der sich auch Dinge verändern. Obwohl wir fleissig weiter schweizerisch kochen und auch ab und zu ein feines Fondue nicht verschmähen, sind wir vermutlich doch ein Stück asiatischer geworden. Mit Schrecken stellte ich letzte Woche fest, dass die Plastikfolie, die rund um das Lüftungsgitter am Abzug in der Küche, noch immer da klebte, wo sie die Handwerker beim Montieren des Abzuges gelassen hatten…. (so richtig chinesisch, da bleibt die Plastikschutzfolie auf Autositzen, Matratzen oder Handydisplays auch noch lange kleben….)
Auch unser Deutsch lässt etwas nach, so gehen wir nicht mehr nur shoppen, sondern Flüge werden gecancelt, Tickets gebooked, usw. oft kommt uns das deutsche Wort nur in den Sinn wenn wir uns wirklich anstrengen… und so kann ich auch meine Schüler nach 3 Jahren immer besser verstehen, wenn sie schreiben: „Ich habe neue Freunde gemacht.“ statt kennen gelernt…. alles hat also auch seine guten Seiten
Auch an die Ameisen in der Küche und neuerdings krabbeln sie im Office (da haben wir’s, eigentlich müsste ich ja Büro denken und schreiben) bekämpfe ich nach Singapurer Art mit Detol. Das ist ein Putzspray der alle Keime abtöten soll. Natürlich habe ich auch in jeder Handtasche ein kleines Detolfläschen um die Hände zu desinfizieren, denn manchmal kann man sie nicht waschen und damit die Wäsche sauber wird, gibt es nicht nur Waschpulver, das hier einfach nicht gleich sauber wäscht wie in der CH, sondern auch noch Detollösung. So kam Marc zur Aussage: „Detol is Rahel’s best friend.“
Nach bald drei Jahren wissen wir inzwischen auch wo es Dinge wie Schuhbändel, Teebeutel (andere als Schwarztee oder Kamillentee), Nagelfeilen oder ähnliche Gebrauchsgegenstände, die manchmal gar nicht so einfach zu finden sind, auftreiben können. Dennoch importieren wir weiterhin Morga Pasta, Trocomare und Basler Leckerli. Auch einen Coiffeur haben wir inzwischen gefunden. Rahel einen Österreicher, der in einem französischen Salon arbeitet und Marc findet die besten Frisöre seien in Jakarta zu finden. Da er fast jeden Monat einmal da ist, ist das also ganz praktisch.
Im Ausland zu leben heisst ein Stück Heimat zu verlieren aber auch ihr näher zu kommen, indem man an ihr schätzen lernt, was einem vorher nicht bewusst war.
vor 14 Jahren